Der Erstflug 

 
Wie startet man am besten?
Es ist also soweit: die Akkus sind geladen, das Modell ist ausgewogen, der Sender ist eingeschaltet, die Funktion der Ruder sowie deren Laufrichtung wurde kontrolliert, und der Motor läuft auch.
Wie wirft man das Modell denn nun am besten?
Für den Anfang ist es ratsam, man hat einen Helfer, der das Modell wirft. Dann kann sich der Pilot auf das Steuern konzentrieren und muss nicht nach dem werfen erst die Steuerknüppel suchen. Gerade beim Start, wenn das Modell ausbricht bleiben nur Bruchteile einer Sekunde um zu reagieren.
Der Werfer nimmt das Modell im Schwerpunkt und hebt es über seinen Kopf. Wenn der Pilot bereit ist gibt er Vollgas, nun läuft der Werfer ein paar Schritte. Er braucht aber nicht zu rennen, aus vollem Lauf heraus kann man nicht gut werfen, ein paar schnelle Schritte reichen völlig aus.
Wichtig: Man startet immer gegen den Wind. Das Modell wird nun leicht geworfen und zwar unbedingt waagerecht und ohne viel Kraft, wichtig ist hierbei das nicht nur der Rumpf, sondern auch die Tragflächen wagerecht sind. Das Modell soll durch das Werfen nur auf seine Grundgeschwindigkeit gebracht werden und das in gerader, wagerechter Weise. Den Rest macht der Motor. Die meisten Crashs beim Start sind auf falsches Werfen zurück zu führen.
Wenn man zu stark wirft steigt das Modell sehr stark nach oben weg, manchmal sogar senkrecht. Diese Fluglage ist für den ungeübten Piloten schwer zu kontrollieren und so wie es hochgegangen ist kommt das Modell dann auch wieder runter. Gefährlicher beim Versuch stark zu werfen ist aber das man sehr leicht das Modell „verreist“ also schief abwirft. Das Modell dreht sich um die Längsachse, das ist beim Start tödlich, wenn der Pilot noch dazu kommt zu reagieren, reagiert er viel zu stark, das Modell macht eine Rolle und steckt im Boden.
Wenn man zu leicht wirft ist das aber genauso fatal. Das Modell hat noch nicht die Geschwindigkeit das die Flügel anfangen zu tragen. Es fällt dann einfach wie ein motorisierter Stein auf den Boden. Manchmal ist die Motorkraft zwar stark genug das Modell zu ziehen, aber es eiert nur einige Male hin und her bis es dann meist trudelnd einschlägt.
Aber keine Angst vor dem Werfen, so schwer ist es nicht. Wenn das Modell richtig geworfen wird und es gerade gebaut, und ausgewogen und getrimmt ist, steigt es von selbst in einer gleichmäßigen Bahn und der Pilot braucht fast gar nichts zu tun.


Wie steuert man am besten?
Das Modell ist gestartet und fliegt davon, nun muss der Pilot beginnen zu steuern. Am besten man beginnt mit großen Kreisen. Man gibt also leicht Seitenruder, aber Vorsicht mit dem Knüppel, manche Modelle reagieren sehr feinfühlig auf die Steuerbefehle, also zuerst mal den Knüppel nur wenige Millimeter bewegen. Wenn das Modell nicht oder zu schwach reagiert gibt man einfach etwas mehr Ruder.
Vorsicht vor zu engen Kurven! Das Modell neigt sich dann sehr stark zur Seite. Wenn eine gewisse Schräglage überschritten ist, reagiert das Seitenruder nicht mehr als Seitenruder, sondern als Höhenruder und drückt das Modell nach unten in eine Art Spiralsturz. Enge Kurven sind für den geübten Piloten kein Problem, sollten aber am Anfang vermieden werden. Wenn das Modell in der Kurve etwas Durchsackt kann man mit etwas Höhenruder abstützen. Das ist eigentlich bei jeder Kurve erforderlich, es dauert aber bis man sich an die Steuerweise gewöhnt. Daher auch große Kurven fliegen.
Wenn man nun also schöne große Kreise fliegt muss man natürlich auch mit dem Gas arbeiten. Um nicht die ganze Zeit höher zu steigen, nimmt man etwas Gas weg. Man kann nun vorsichtig mit dem Gas spielen - ein bisschen Gas weg bis das Modell wieder Flughöhe verloren hat und dann wieder etwas mehr Gas um zu steigen, oder nur soviel um die Höhe zu halten.
Man kann Höhe auch mit dem Höhenruder abbauen, aber auch hier gilt: Vorsicht!
Das Höhenruder ist nicht nur für Höhe zuständig, sondern auch für die Geschwindigkeit. Wenn wir drücken neigt sicht das Modell nach unten und nimmt Fahrt auf. Wenn man nun den Knüppel einfach wieder los lässt, schießt das Modell wegen der zu hohen Geschwindigkeit wieder nach oben, bis es wiederum zu langsam wird und wieder steil nach unten saust. Andersherum wenn wir einfach ziehen steigt das Modell nach oben und wird immer langsamer, bis der Punkt erreicht ist wo es einfach abkippt und erst einmal einige Meter ohne Kontrolle nach unten fällt bis es schnell genug geworden ist und wieder fliegt. In diesem Fall spricht man von einem "Strömungsabriss" an der Tragfläche: die Luftströmung am Flügel wird dabei so langsam, dass die Fläche das Modell nicht mehr trägt. Es entstehend Luftverwirbelungen und das Flugzeug schmiert ab.

Die erste Landung
Wenn ihr eure erste Akkuladung verflogen habt kommt irgendwann unweigerlich die Landung. Ihr wisst ja: „runter kommen sie alle !“J
Ihr solltet mit der Landung beginnen bevor der Akku völlig leer ist und das BEC den Motor abschaltet. Am besten landet man am Anfang auf einer weichen saftigen Wiese, da hier auch unsanftere „Stecklandungen“ meist ohne Folgen bleiben. Gelandet wird in die selbe Richtung wie gestartet, also immer gegen den Wind. Am besten fliegt ihr eine weite Kurve bis ihr geradeaus in Richtung Landeplatz fliegt. Jetzt nehmt ihr das Gas etwas heraus, sodass sich das Modell so langsam dem Boden nähert. Wird der Anflug zu knapp - etwas Gas geben bis es passt. Wenn ihr über der Landewiese seid nehmt ihr das Gas ganz heraus. Nun dürft ihr aber auf keinen Fall zu stark ziehen um den Flieger langsamer zu machen, dies ist ein häufiger Anfängerfehler. Wenn das Modell zu langsam wird, kippt es über eine Fläche ab und lässt sich nicht mehr abfangen (auch so fabriziert man eine Strömungsabriss). Daher lieber etwas zu schnell landen als zu langsam. Wenn ihr aber zu hoch über der Landewiese ankommt versucht nicht das Modell herunter zu zwingen. In diesem Fall lasst es lieber ausgleiten, dann müsst ihr halt ein bisschen weiter laufen, oder wenn das nicht geht Durchstarten und noch eine Runde drehen. Wenn ihr rechtzeitig den Landeanflug einleitet (bevor der Akku die weiße Fahne schwenkt) könnt ihr erst einmal bei einigen Anflügen üben bevor ihr dann wirklich landet. Ihr werdet merken das man sich sehr leicht mit der Entfernung und der Höhe des Modells verschätzt.
Falls euch der Saft wehrend des Fluges ausgeht ist es ganz wichtig nicht in Panik zu geraten, je nachdem wie hoch der Flieger ist kann man noch eine Kurve fliegen und schauen das man gegen den Wind gerade kommt und lässt das Modell einfach ausgleiten. Wenn man zu tief ist stellt man das Modell gerade und lässt es ausgleiten. Lieber man läuft 500m in einen Acker hinein um sein Modell zu bergen, als das man zu enge Manöver zu knapp über dem Boden ohne Motorkraft fliegt und das Modell abschmiert. Auch hierbei gilt natürlich: nicht Überziehen (zu langsam machen).

Wenn Ihr den Flieger aus einem Acker bergen müsst: bitte achtet darauf, dass Ihr nicht quer über das Feld lauft, sondern versucht in geraden Wegen (am besten in den Reifenfurchen) zum Flieger zu kommen. So könnt Ihr sicher sein, keine frische Saat zu zertreten und der Bauer wird's Euch danken.



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