Simulator
Ich hatte das Glück (oder Pech) das es bei meiner
Bestellung des Piccolos einige Lieferschwierigkeiten gab und
ich ganze drei Wochen auf meinen Picc warten musste. Glück war
es deshalb, weil ich den Piccofly RC-Flugsimulator von Ikarus
(speziell für den Piccolo) schon auf meinem Computer hatte.
Nachdem ich den Picc erst bestellt hatte war ich natürlich
heiß auf das Helifliegen. Da der Piccolo aber auf sich warten
ließ, nutzte ich die Zeit mit fleißigem Üben am
Piccofly.
Als der Piccolo dann endlich kam war ich in der Lage am
Simulator den Heli bei 120% Simulationsgeschwindigkeit immer
noch einigermaßen in der Schwebe zu können. Dies erleichterte
mir den Einstieg in die richtige Piccofliegerei gewaltig.
Wenn man intensiv am Simulator übt, lernt man neben der
Steuerungsweise auch viel über die Empfindlichkeit des Helis
auf die Steuerbewegungen. Die Steuerbefehle müssen ins Blut
übergehen, beim Helifliegen hat man keine Zeit zum Überlegen.
So wichtig wie der Simulator selbst ist das Steuergerät das
man verwendet. Ein normaler Joystick ist ungeeignet. Damit der
Simulator einen Lerneffekt hat, ist es das beste wenn man
seinen Sender über die Lehrer-Schülerbuchse mit dem PC
verbindet (Interfacekabel) und sich so gleich mit dem Sender
an das Steuern gewöhnt. Hat man diese Möglichkeit nicht,
sollte man wenigstens ein Gamepad mit zwei analogen Joysticks
zur Verfügung haben; wie z.B. das Logitech Wingman Rumblepad.
So entsprechen die Steuerbefehle wenigsten einigermaßen den
späteren Steuerbefehlen beim Helifliegen.Heli-Aufbau
Seid bitte nicht zu bequem euren Heli selbst zusammen zu
bauen. Der Aufbau ist wirklich einfach und für
jeden an einem Abend zu erledigen. Neben der Ersparnis beim
Kaufpreis hat der Selbstbau den Effekt, dass man lernt, wie
der Heli funktioniert und warum er so reagiert wenn man eine
bestimmte Steuerbewegung macht.
Außerdem müsst ihr hin und wieder sowieso mal ein Teil
auswechseln oder reparieren, und so wisst ihr schon, wie es
auszubauen ist. Man braucht zum Aufbau eigentlich nur einen
Schraubenzieher, eine Zange, Sekundenkleber und ein bisschen
Kram der in jedem Haushalt zu finden ist.
Wie der Piccolo zusammengebaut wird werde ich hier nicht näher
beschreiben, da die Anleitung im Baukasten sehr gut und
ausführlich ist.
Das Trainingsgestell
Es ist sehr wichtig, dass man zum Anfang ein
Trainingsgestell verwendet. Das kann man sehr leicht selbst
bauen.
Das Trainingsgestell ist nichts weiter als ein Kreuz aus zwei
50-80cm langen 2-3mm Kohlefaserstäben, die am Kreuzungspunkt
und an allen Ecken einen Tischtennisball haben. Das Gestell
wird dann einfach mit Gummis oder Kabelbindern an den Kufen
des Helis befestigt:
Man nehme einen 1m langen 2mm Kohlefaserstab und teilt ihn
genau in der Mitte. Dann nimmt man 5 Tischtennisbälle, 4 davon
werden einfach durchbohrt. Der Ball für den Kreuzungspunkt
bekommt zwei Bohrungen. Man muss darauf achten das der Winkel
zwischen den beiden Bohrungen so gewählt wird das die
durchgesteckten Stäbe noch an den Kufen befestigt werden
können, also nicht rechtwinklig bohren! Auch müssen die
Bohrungen um 2mm in der Höhe versetzt sein, damit die Stäbe
durch den Ball gehen. Nun wird der Ball in der Mitte der
Kohlestäbe mit ein bisschen Sekundenkleber fixiert und
anschließend die übrigen Bälle an den Enden aufgeklebt. An die
Kufen schnallen fertig.
Das Einstellen
So, Ihr habt euren Piccolo fertig aufgebaut, ein
Trainingsgestell gebaut Akkus geladen, alles richtig
angeschlossen und die Hillerpaddel und die Stabistange laut
Anleitung eingestellt und den Rotorkopf ausgewogen. Jetzt
geht's ans Eingemachte.
Stellt den Piccolo vor euch auf den Boden, Ihr solltet
mindestens 3X3m freien und vor allem windstillen Platz haben.
Das Heck des Helis muss zu euch zeigen.
Nun bewegt den Knüppel für den Heckrotor ein wenig, bis der
Heckrotor beginnt den Heli zu drehen. Der Heli muss sich wenn
man nach rechts steuert im Uhrzeigersinn drehen (Schnauze auch
nach rechts!). Wenn er das nicht tut muss die Drehrichtung
geändert werden.
O.K. der Heckrotor läuft richtig. Nun gebt ein wenig Gas und
beobachtet den Heli genau. Wenn sich bei laufendem Hauptrotor
das Heck wegdreht merkt euch die Richtung.
Wenn der Heli sich im Uhrzeigersinn dreht ist die
Heckbeimischung des Piccoboards zu groß und das hintere
Einstellpoti muss ein wenig gegen den Uhrzeigersinn gedreht
werden, aber Vorsicht, es reagiert sehr feinfühlig und man
braucht nur sehr kleine Veränderungen vorzunehmen. Dreht der
Heli andersherum muss das Poti in die andere Richtung
verstellt werden.
Nun ist das Heck „ruhig“ und dreht sich nicht mehr weg. Nun
gebt ein wenig mehr gas bis der Heli beginnt in eine Richtung
zu rutschen, oder kippen möchte. Merkt euch die Richtung und
trimmt dagegen bis der Heli nicht mehr deutlich immer in eine
Richtung kippen möchte. Ganz ruhig wird er wegen des
Bodeneffektes nie werden. Der Heli ist Quasi wie ein Kreisel,
der eigentlich immer in irgendeine Richtung gehen möchte. Der
Heli ist nun eingestellt.
Die ersten Hüpfer
Je mehr Platz Ihr zur Verfügung habt je besser, aber
mindestens 3x3m völlig freie Fläche solltet ihr schon haben
und 100% Windstille. Optimal ist eine leere Sporthalle, aber
die hat leider nicht jeder. Stellt den Heli in die Mitte des
Raumes mit dem Heck zu euch auf den Boden. Eins noch vorab:
Bei einem Heli bringt nur der Rotor den Auftrieb. Macht euch
klar das Gas weg nur runter bedeutet und nicht wie beim
Flächenflug langsamer. Wenn Ihr in der Luft seid und das Gas
wegnehmt fällt der Heli wie ein Stein.
Also, der Heli steht auf dem Boden, gebt nun langsam gas, bis
der Heli beginnt „leicht zu werden“. Wenn Ihr noch ängstlich
seid könnt ihr auch erst einmal ein wenig „Autofahren“, also
vor und zurück nach links und nach rechts rutschen, um euch an
die Steuerung zu gewöhnen. Wenn ihr meint soweit zu sein gebt
ein wenig mehr Gas. Es ist einfacher um den Bodeneffekt zu
überwinden einen Kurzen kräftigen Gasstoß zu geben bis der
Heli abhebt und dann das Gas zurück zu nehmen, das erfordert
aber etwas Übung. Ihr solltet am Anfang nicht über 50cm hoch
fliegen. Wenn der Heli ausbricht und ihr ihn nicht mehr
kontrollieren könnt nehmt das Gas weg. Dies steht nicht im
Widerspruch zu dem was ich oben geschrieben habe, aber besser
der Heli fällt ohne Rotorkraft auf den Boden als das er mit
Gas einschlägt. Wenn er noch nicht zu sehr außer Kontrolle ist
fällt er nur etwas unsanft auf das Trainingsgestell und es
passiert nichts weiter. Zunächst werdet Ihr nur kleine Hüpfer
und kurze Schwebeflüge zustande bringen, lasst euch davon
nicht entmutigen, die Devise heißt Vorsicht und üben, üben,
üben. Versucht zunächst das Heck ruhig zu bekommen, es sollte
immer zu euch zeigen. Wenn Ihr das im Griff habt geht an die
nächste Achse, Nick und Quer.
Das Ziel ist einfach nur zu Schweben, mehr solltet ihr euch
für den Anfang nicht vornehmen.
Bei mir dauerte es etwa zwei Wochen bis ich einigermaßen
schweben konnte und ich habe jeden Tag intensiv geübt. Also
nicht aufgeben und fleißig üben. ;-)

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